Montag, 19. Dezember 2016

MMM Mainzer Maaraue (Ultra) Marathon...Der letzte Ultra im Jahr...Ein Desaster


Liebe Leser, es fällt mir heute nicht leicht den Blog zu schreiben. Ich habe in meiner Laufstatistik leider den ersten DNF (do not finish) zu verzeichnen. Doch erstmal von Anfang an.

Der MMM ist ein privater Einladungslauf von Biggi und Sascha. Die Freude war gross, dass ich auch 2016 wieder dabei sein durfte. Die Zwei machen das so liebevoll. Es gilt 5 Runden (3 Brücken Tour) mit je 9,5 Kilometer (45 km) zu bewältigen. Die Startgebühr geht zu 100% dieses Jahr an das "Hospiz Mainspitze EV"
Am Samstag Morgen (dem Raceday) fühlte ich schon beim wach werden ein Unwohlsein im Bauch. Das ist allerdings schon normal bei mir vor jedem Lauf. Es ist einfach die Aufregung und gibt sich bis zum Start. Früh genug in Gustavsburg angekommen blieb genügend Zeit für Gespräche mit den Mitläufern.

Gemeinsames frieren

Warten auf die Ansprache von Sascha

Hier hänge ich meinen Gedanken nach

Nach dem Briefing, der Ansprache vom Bürgermeister und den Dankesworten der Hospiz Mädels, konnte es endlich losgehen. Jetzt sollte sich meine Anspannung lösen.

Heute wieder in Grellgelb unterwegs (am Baum)

Irgendwie fühlte sich das Laufen von Anfang an komisch an. Der Bauch grummelte vor sich hin und meine geliebten Skechers Schuhe liefen sich auch anders. Was ist nur los? Die erste Runde lief einigermaßen und auch von der Pace mit 5:32 min/km war ich auf Plan. 
Die Zweite Runde hatte es schon in sich. Der erste außerplanmäßige Boxenstop stand an. Der Magen 👽 Da kamen mir die Mädels mit ihrer mobilen Getränkestation gerade recht.

Warmen Tee zur Magenberuhigung

Der Tee sollte aber nicht wirklich helfen. Nach ein paar Kilometer später musste ich mich Übergeben. Leck mich am Ärmel, was ist nur los mit mir heute? Runde 2 (km 20) trotzdem mit 5:28 Pace im Plan. Aber es kommt noch schlimmer. Meine Füße schwollen an. Ich hatte immer weniger Platz in meinen Schuhen. Mit den Skechers bin ich schon Ultras mit über 50 Kilometer ohne Probleme gelaufen. Aber heute.... Ich versuchte immer die Zehen zu bewegen, denn diese stießen vorn an und ich ahnte Schlimmes mit meinem Fahrwerk.

Gute Miene zum Schmerz

So zog ich meine Runde und versuchte mich Gedanklich abzulenken. Ablenkung gab es wieder durch den nächsten Boxenstop. Und mit einem Schlag war die Energie weg. Zack Akku leer.

Ist es noch weit ?

Die Qual geht weiter. Runde 3

Irgendwann in der vierten Runde keimte ganz hinten im Kopf der Gedanke eines Abruches. Solch einen Gedanken hatte ich noch nie während eines Laufes. Denn ich weiß, dass es immer mal wieder besser wird. Heute wartete ich umsonst darauf aus dem Tal wieder heraus zu kommen. Die Magenkrämpfe nahmen zu und meine Füße schmerzten wie Sau.


Dieses Foto hat meine Frau in der vierten Runde gemacht. Selbst sie konnte mich nicht mehr aufrichten. So beschloss ich nach dieser Runde auszusteigen.
Ich teilte Sascha mit, mich aus dem Rennen zu nehmen. Er sagte "Mensch Sigmar du hast noch massig Zeit für die letzte Runde". Aber ich wollte nicht riskieren. Mir war einfach nur Hundeelend und ich wollte nach Hause.
Meine Frau fuhr mich dann nach Hause und die Ruhe (keine Laufbewegung und Anstrengung) mehr taten mir gut. Zu Hause erwartete mich dann noch eine Überraschung. Ich muss ja noch meine Schuhe ausziehen. Wie sehen die Füße aus? Die großen Onkels schmerzten höllisch.

Das ist die harmlose Seite.

Den Rest erspare ich euch. Nach einer heißen Dusche kehrten langsam wieder die Lebensgeister zurück. Ich wusste gar nicht dass unser Haus so groß ist. Die Wege kamen mir noch nie so lang vor 😒
Dauernd habe ich den Spruch im Kopf

Der Schmerz geht. Der Stolz bleibt

Bisher hat das auch immer zugetroffen. Diesmal allerdings habe ich Schmerzen für nix. Keine Medaille, keine Urkunde, keinen grandiosen mit hochgerissenen Armen Zieleinlauf. Das Einzige ist die Genugtung etwas guten für das Hopiz getan zu haben.

DNF nach Runde 4 mit 37,23 Kilometer

So jetzt genug gejammert. Mit den passenden Schuhen kann ich mich schon wieder recht zügig von A nach B bewegen und mein angekratztes Ego wird sich auch noch erholen.

Klick aufs Bild für Details

Ja das war also der ernüchternde Bericht über meinen letzten Ultra 2016. Ich hoffe die nächsten Beiträge haben wieder Positive Inhalte.

Bis dahin wünsch ich allen Lesern eine ruhige und angenehme Weihnachtszeit. Genießt die Tage im Kreise der Familie und Freunde und denkt an all diejenigen welche es nicht können.

Der Rheinhessenläufer

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